Liebe Mitglieder und Gleichgesinnte!

2022 spendenaufruf weserberland

Die ab dem 16.05.2022 geplanten Rodungsarbeiten wurden vom Verwaltungsgerichtshof (VGH) Hessen einstweilen untersagt.

 

Die Klageberechtigung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald,

die juristische Begleitung durch den Rechtsanwalt Prof. Dr. Gellermann

und die umfangreiche, fachlich und wissenschaftliche Arbeit der BI-Oberweser-Bramwald e.V.

konnten diesen Teilerfolg erzielen.

 

!!! Der Hängebeschluß wurde ausschließlich durch diese drei Parteien erwirkt !!!

Wir bedanken uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die durch ihre
Spenden
diesen Teilgerichtserfolg überhaupt erst ermöglicht haben.
Diese Spenden werden zu 100% für diese Verfahren verwendet!

 

Siehe auch Pressemitteilung

PM der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Hessen e.V. und der Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald e.V.

13.05.2022

Die Haselmaus als Teil fürs Ganze

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald e.V. (BIOBRA) setzen sich mit großem Engagement für die Erhaltung des Reinhardswaldes in seiner Funktion als Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten ein. Eine dieser Tierarten, die durch bauliche Maßnahmen zur Verwirklichung des Windkraftprojekts im Reinhardswald gefährdet wird, ist die streng geschützte Haselmaus. Das Vorkommen dieses kleinsten Vertreters der europäischen Bilche nahm der Verwaltungsgerichtshof Kassel nun zum Anlass, dem Antrag der SDW auf Erlass einer Zwischenentscheidung („Hängebeschluss“) stattzugeben und das Regierungspräsidium Kassel zu verpflichten, die ab dem 16. Mai geplanten Stubbenrodungen einstweilen zu unterbinden. Auf diesem Wege haben die Kasseler Richter Sorge dafür getragen, dass während der laufenden Brut- und Setzzeit vor Ort erst einmal keine weiteren Fakten geschaffen werden dürfen, die zu späterem Zeitpunkt womöglich nicht wieder rückgängig zu machen sind.
In seinem sorgfältig begründeten Beschluss vom 13. Mai 2022 erläutert der 9. Senat des Verwaltungsgerichtshofs, dass das vom Träger des Windkraftprojekts entwickelte und vom Regierungspräsidium übernommene Schutzkonzept zur Verhinderung der Tötung von Haselmäusen den daran aus Sicht der Fachwissenschaft und Praxis zu stellenden Anforderungen nicht genügt. Mit der Vergrämung der Haselmäuse von den Bauflächen und dem Aufhängen von Nistkästen in den umliegenden Waldbereichen kann es nach den naturschutzfachlich tiefgehend begründeten Erkenntnissen der Kasseler Richter sein Bewenden nicht haben. Stattdessen hätten schon vor Beginn der Fällarbeiten geeignete Ausweichlebensräume für die Tiere hergestellt bzw. ökologisch aufgewertet werden müssen, um ihr Überleben zu sichern.
Der Verwaltungsgerichtshof hat mit seinem „Hängebeschluss“ schlaglichtartig verdeutlich, dass auch bei der Zulassung von Windkraftprojekten dem geltenden und allseits beachtlichen Artenschutzrecht der ihm gebührende Respekt nicht versagt werden darf. Der Projektträger und die Genehmigungsbehörde werden sich nun darüber Gedanken machen müssen, wie den Beanstandungen im Interesse des Schutzes der gefährdeten Haselmaus abgeholfen werden kann.

Eure BI-Oberweser Bramwald e.V.